Reise-Galerie 12

Karwendel .... zum 6. im Jahr 2015

Natürlich kann die Frage gestellt werden, ob es nicht (langsam) langweilig wird, immer im selben Gebirge die Touren zu unternehmen. Die Frage müsste aber verneint werden. Denn immer noch gibt es etliche Touren, die unbekannt sind, neues Einblicke gewähren. Und auch wenn man an Stellen vorbeikommt, die man schon kennt  -  Veränderungen gibt es in der der Regel immer wieder.  Die Bergwelt ist nicht gleich; der Berg arbeitet. Ständige Erosionen hinterlassen ihren Abdruck. Aber leider kommen diese Erosionen nicht nur aus dem Berg heraus, sondern werden auch von denjenigen mit verursacht, die diese Bergwelt (verantwortungslos) nutzen. Hier sind die Biker zu nennen, die nicht nur auf den breiten Forstwegen fahren, sondern auch auf (sogar ausdrücklich für Biker verbotenen) schmalen Stegen. Sie schleppen ihre Bikes auf die Gipfel, um dann Abfahrten unternehmen zu können, ohne Rücksicht auf die Wanderer, und erst Recht ohne jede Rücksichtnahme auf die Natur. So werden die Ränder der schmalen Pfade abgedrückt, die Pfade letztlich vernichtet. 


Auf Google-Map sind die drei Orte markiert, zwischen denen die Wanderung stattfand.

1. Tag: Ankunft und Marsch von Krün zum Soierenhaus

Ankunft in Krün
Ankunft in Krün

Der Tag der Ankunft war gleichzeitig der Tag der ersten Bergtour. Von Krün zum Soiernhaus, und zwar zunächst über den Forstweg und dann ab der Fischbachalm über den Lakeiensteig. 

 

Krün liegt auf 875 m. Vom dortigen Wanderparkplatz an der Isar geht es über die Isar und dann auf dem Forstweg in nördliche, sodann östliche  Richtung. Schon bald steigt der Forstweg steil bergan. Und zwar fast stetig bis zur (nicht mehr bewirtschafteten) Fischbachalm auf einer Höhe von 1402 m.  Für diese Strecke wird eine Zeit von 2 Stunden vorgegeben. Wer einigermaßen fit ist, erreicht die Alm schneller. 

 

Die Fischbachalm wurde ehedem von Ludwig II. seinem Oberstallmeister Graf Maximilian von Holnstein samt Jagdrecht geschenkt (während Ludwig sich mit dem weiter oben liegenden Soiernhaus ein Jagdhaus schuf). Hier an der Fischbachalm muss man sich entscheiden, ob man weiter über den Forstweg bergab in den Talgrund (Hundstall) geht um von dort einen serpentinenartigen (ehedem für Pferde vorgesehenen) Aufstieg zum Soiernhaus zu nutzen, oder ob man als Weg zum Soiernhaus den Lakaiensteig wählt. Der Forstweg, auch wenn er zunächst von der Fischbachalm abwärts führt, ist für alpin unerfahrene Wanderer sicherlich eher zu empfehlen. Der Lakaienpfad, der seinen Namen durch die Begehung durch die Lakaien von Ludwig II. hatte, der selbst über den Forstweg über Hundstall zum Soiernhaus ritt, ist zwar teilweise mit Seilen gesichert; an einigen Stellen ist der Weg aber ausgelassen und Trittsicherheit erforderlich. Auch sollte berücksichtigt werden, dass der Weg schmal ist, häufig direkt neben dem Abgrund verläuft.

 

Wir haben uns für den weiteren Aufstieg über den Lakaienpfad entschieden. Dafür wurden wir durch eine weite Sicht zum Walchensee (Bayern) und Sylvenstein-Stausee (Österreich) belohnt. Der Aufstieg von der Fischbachalm betrug noch einmal 214 m.

 

Gesamtzeit: 3 Stunden mit kurzen Pausen / Fotopausen. 

 

2. Tag: Soiernhaus - Soiernspitze- Krinner-Kofler-Hütte - Hinterriß - Kaiseralm   --- Sonne, Regen, Gewitter

Gipfelkreuz Soiernspitze
Gipfelkreuz Soiernspitze

Der Tag war mit Regen und Gewitter angesagt. Das war mithin bei der Planung zu berücksichtigen. Von daher wollten wir nur vom Soiernhaus (1616 m)  zur Soiernspitze (2257 m). Zunächst führen zwei Fußwege  vom Soiernhaus runter zu den Soiernseen, an diesen vorbei über einen grasbewachsenen Hang dann weiter hoch ins Gestein. 

 

Der Aufenthalt auf dem Gipfel dauerte nur ca, 15 Minuten. Dann ging es abwärts zur Krinner-Kofler-Hütte. Dort wollten wir verbleiben, da das Gewitter für ca. 15.00 Uhr angesagt war und schon einige Tropfen Regen fielen. Aber verfehlt. Ausgebucht. Auch zurück zum Soiernhaus war keine Alternative, da es auch dort ausgebucht war. Schließlich konnten wir im österreichischen, zwischen Vorder- und Hinterriß (wieder) auf der Kaiseralm eine Unterkunft ausfindig machen. Es zeigte sich, dass jedenfalls die Nächte von Samstag auf Sonntag vorgebucht werden müssen, da es ansonsten mit einer Unterkunft schwierig wird. 

 

Zunächst planten wir den Weg gemäß Karte nach Vorderriß einzuschlagen, um von Vorderriß zur Kaiseralm zu gelangen. Den anderen Weg, der über eine Wildbachfurt führt, nach Hinterriß kannten wir; wir wollten uns die Monotonie der langen Forststraße ersparen. Aber es kam anders. An der Wildbachfurt verwies ein Wegweiser sowohl für Vorder- als auch Hinterriß durch die Furt. Da es bereits zu regnen begann und auch Gewitterdonner zu hören war, war uns nach einem Experiment betreffend des andeweitig in der Wanderkarte eingezeichneten Wanderweges nach Vorderiß nicht gelegen. Wir gingen zur doch recht breiten Furt und suchten uns Stellen, die als geeignet (auch im Hinblick auf das reißende Wasser) angesehen werden konnten. Wir zogen Schuhe und Strümpfe aus, krempelten die Hosenbeine hoch und wateten durch das Wasser hindurch. Auf der anderen Seite mussten wir uns eilen, da das Gewitzter bereits sehr nah war. Wenn wir zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst hätten, dass wir ohnehin nur völlig durchnässt in der Kaiseralm ankommen, das Wasser auch in den Schuhen fröhliche Urstände feierte, hätten wir uns nicht der Mühe unterzogen, Schuhwerk pp. zur Durchquerung der Furt auszuziehen. 

 

Von der Krinner-Kofler-Hütte (1391 m) bis zur Furt am Ferrnersbach (1126 m) ging es bergab. Von dort ging es bis bis letztlich wieder über Vorderbachau (1263 m) auf 1323 m, ehe es dann auf 928 m nach Hinterriß runter ging. Von Hinterriß (zwischenzeitlich hatte das Gewitter aufgehört, es regnete aber  weiterhin stark) gingen wie  westlich des Rißbachs, der durch den Starkregen angeschwollen war und bräunliches Wasser aufwies, bis zu einer Brücke, die über den Bach auf die Straße zwischen Vorderriß und Hinterriß führte, unweit der Kaiseralm (885 m). Dort angekommen -  hörte der Regen auch auf und schien kurzzeitig etwas die Sonne. 

 

Den Fotoapparat hatte ich auf der Soiernspitze in den Rucksack gepackt, weshalb von dem weiteren Weg, der Furtüberschreitung und insbesondere dem Regen und Gewitter keine Bilder existieren.

3. Tag: Kaiseralm über Paindlsteig zur Krinner-Kofler-Hütte und weiter zum  Soiernhaus

Paindelsteig: verfallene Brücken, unterspülte Wege....
Paindelsteig: verfallene Brücken, unterspülte Wege....

Wie oben ausgeführt, wollten wir an sich am Vortag nicht über die Forststraße nach Hinterriß sondern links von der Furt bleiben und Richtung Vorderriß gehen. Da wir wieder gen Westen gehen mussten, entschlossen wir uns nun diesen Weg, von dem wir tags zuvor  auch wegen der Beschilderung abwichen, zu suchen. Wir gingen von der Kaiseralm weiter an dem Rißbach in nördlicher Richtung entland gen Vorderriß. Kurz hinter der Osswaldhütte, zwischenzeitlich mussten wir bereits auf der Straße gehen, ging der Paindlsteig nach links ab (leider nicht augeschildert). Er führte über den Rißbach; die Brücke zeichnete sich dadurch aus, dass zwischen den einzelnen Sparren große Abstände waren und man dadurch auch hätte im Bach ohne weiteres angeln können. Bei dem Weg handelte es sich wiedre um eine Forststraße, die nach einiger Zeit aufwärts führte. Es ging an einer Schweinekoppel vorbei und dann auf einen schmalen Weg,, der offenbar kaum begangen wurde. An vielen Stellen, so an Hängen und an Übergängen von Wildbächen, war der Weg ausgelassen, fehlte die Brücke oder lagen Reste der Brücke oder Sicherung  im Wasser oder waren kaum noch nutzbar, oder waren die engen Wege am Felsenrand unterspült. 

 

Im Bereich der Alten Klause bestand die Möglichkeit, entweder weiter auf einer Forststraße (Richtung der Furt und weiter zur Krinner-Kofler-Hütte) zu gehen oder aber nach rechts abzuschwenken un einem Pfad unterhalb der Bayerkarspitze, Dreierspitze und Krapfenkarspitze zu folgen. Allerdings machte dieser Abzweig einen wenig vertrauenserweckenden Eindruck, was eine mögliche Erkennbarkeit der Wegstrecke anbelangt, weshalb wir es doch vorzogen, auf der Forststraße zu bleiben und zur Krinner-Kofler-Hütte zu gehen. Dort war die Frage, ob wir zur Hochalm oder wieder zum Soiernhaus gehen. Wir entschieden uns für das Soiernhaus, weshalb wir an der Krinner-Kofler-Hütte nur etwas tranken und dann über die Jägersruh (1894 m) weiter zum Soiernhaus gingen.

4. Tag: Soiernhaus nach Krün

Die Tage gingen schnell vorbei. Schon wieder ist die Rückfahrt angesagt. Am letzten Tag ging es nu noch zurück nach Krün. Wieder über den Lakaiensteig, diesmal in entgegengesetzter Richtung.